Warum warten auf .NET 2.0?

Written on October 24, 2004

Die Überschrift könnte auch lauten: "Wenn einer eine Reise tut..."

So stellte Chris während seines Barcelona-Trips fest, dass bereits .NET 1.1 "very exciting" ist. Diesen Eindruck kann ich nur bestätigen - ein Besuch der ASP.NET-Foren vor ca. 2 Wochen zeigte mir mehr als deutlich, dass die Leute nicht nach .NET 2.0 rufen, sondern nach einfachen Lösungen Ihrer Probleme mit (ASP).NET 1.1. Auch die ASP.NET-Mailingliste belegt dies täglich aufs neue.

Wohl mögen .NET 2.0 und Visual Studio 2005 (und natürlich auch Yukon) genial werden - aber die Betonung liegt eben auf "werden". Kein Kunde wird warten, bis diese Lösungen verfügbar sind. Kunden wollen Lösungen jetzt und hier. Und ich denke, (ASP).NET 1.1 ist bereits jetzt fit für Lösungen, die vor ein oder zwei Jahren noch undenkbar gewesen wären.

Worauf sollen wir warten? .NET 1.1 liefert mit dem .NET Framework unzählige Klassen, Controls und Funktionen, die den Entwickleralltag erleichtern. Warum sollen .NET 1.1 Entwickler nicht in der Lage sein, anspruchsvolle Applikationen zu entwickeln, wenn dies selbst heute noch mit VB6 (und niedriger) geschieht?

Viele Verbesserungen, besonders in ASP.NET 2.0, basieren auf neuen Controls, wie z.B. der Master/Detail-View - doch wie Dino Esposito kürzlich gezeigt hat, lässt sich dies auch leicht mit ASP.NET 1.1 realisieren. Auch MasterPages, ein Aushängeschild von ASP.NET 2.0, wurden bereits mehrfach (mal besser, mal schlechter) mit ASP.NET 1.1 implementiert. Gleiches gilt für die XHTML-Unterstützung mit ASP.NET 1.1. Allein zum ASP.NET DataGrid exisitieren wohl weit über 100 Artikel (zu verschiedenen DataGrid-Themen) und es kommen fast täglich neue hinzu. Ein weiteres Thema, die Lokalisierung von Anwendungen ist seit .NET deutlich vereinfacht worden - auch hierzu gibt es unzählige Beispiele. Wichtiger als auf das neue Allheilmittel .NET 2.0 zu warten, ist der eigenen Kreativität jetzt freien Lauf zu lassen - die Resultate sind faszinierend, wie z.B. Daniel Fishers iFused eindrucksvoll beweist.

Rund um .NET hat sich außerdem eine riesige Community gebildet, die Neueinsteigern und Hilfesuchenden in vielen Ländern zu fast jeder Tages- und Nachtzeit bei der Lösung auch der ausgefallendsten Probleme zur Seite steht - nicht zuletzt durch das Engagement der INETA, der die Betreuung der lokalen .NET User Groups (deren Zahl stetig steigt) obliegt.

Natürlich muss man sich auf das neue Modell, das mit .NET einhergeht einlassen - gerade für Entwickler von Classic ASP ist dies nicht immer ganz einfach. Wer dies aber vorbehaltlos tut, wird innerhalb kürzester Zeit von .NET begeistert sein.